Mit dem Körper denken - Ein 10-Wochen-Online-Kurs mit Thinking at the Edge (TAE) für dein Projekt
Du hast ein Thema oder Projekt, das schon lange in dir schlummert und noch keine Form gefunden hat. Das kann ein Garten sein, den du gestalten möchtest; einen Kurs, den du entwickelst; eine Erfindung, die du beschreiben möchtest; eine Erfahrung, die du betrachten möchtest; eine Expertise, die du hast und gerne anderen erklären möchtest. In dir schlummert tiefes Wissen darüber, du hast bereits Erlebnisse oder Beispiele, wo du genau das erfahren oder getan hast. Dein Herz brennt dafür und du sprudelst nur so über, wenn man dich fragt. Oder im Gegenteil: Eigentlich weiß niemand, dass genau das dein Feld ist, deine Kompetenz, dein Ding. Weil du es nicht in Worte bringen kannst. Weil die herkömmlichen Begriffe nicht so richtig passen. Weil du anfängst zu stammeln und zu zögern und es dann bleiben lässt. Genau dann ist "Thinking at the Edge" für dich ein Prozess, der dich mitten hineinwirft in all diese Stockungen und das Nicht-Wissen, um dann etwas viel Stimmigeres zu finden, in und mit dem Körper.
Thinking at the Edge ist ein systematischer Weg in 14 Schritten, um Sprache zu finden, wo Worte noch fehlen. Gendlin und Hendricks* haben diese Prozessschritte entwickelt, die sie zuerst in einem Kurs für Theorie-Konstruktion an der Universität von Chicago gelehrt haben. Dieses Vorgehen in der wissenschaftlichen Theorieentwicklung stand den herkömmlichen Methoden entgegen, die lehrten, zuerst alles zu erfassen und wiederzugeben, was andere Forschende gesagt haben. Dabei ging das tiefe Wissen, das bereits in den Studierenden lebte, verloren. Gendlin und Hendricks haben sie eingeladen, genau das Eigene, noch die Sagbare zu erkunden und von dort aus Neues zu entwickeln.
Daher wird Thinking at the Edge - im Vergleich zu Focusing - dort eingesetzt, wo Menschen schon viel Expertise, Erfahrungen, Wissen, Können und ihre Geschichte haben. Die bereits erlebten Situationen und die Theorien und Modelle, die zu dem jeweiligen Thema oder Feld gehören, fließen ein in diesen Entwicklungsprozess genauso wie das Nicht-Wissen, die Widersprüchlichkeiten und das Unlogische, das beim körperlichen Spüren zum Felt Sense berührt werden kann.
Ich habe bereits zwei Erlebnisse mit dieser Art von Projektentwicklung durchlaufen. Während des Prozesses taucht Ungeduld auf, weil es so sperrig sein kann, oder es geht einem alles verloren, auch die Lust dabei zu bleiben. Manchmal tauchen überraschende Verbindungen auf und manchmal tut sich eine Lichtung auf, die etwas ganz Neues offenbart. Daher ist es gut, in so einem Entwicklungsprozess begleitet zu werden. Andere, die an einem eigenen Thema arbeiten, werden zu Co-Partner:innen, Wegbegleitern und manchmal auch CoCreatern. Übrigens: Ich habe meinen ersten Prozess mit einer Masterarbeit über Focusing und Schreiben abgeschlossen. Der zweite Prozess dauert noch an...
Für so eine gemeinschaftliche Erfahrung habe ich gemeinsam mit einer TAE-Gruppe, die sich schon seit einigen Jahren trifft, ein Kurs-Konzept entwickelt, um einen Rahmen für diese Reise ins Ungewisse zu geben. Ich lasse in die Begleitung zusätzlich zu den angeleiteten TAE-Schritten durch eine Podcastreihe von Dr. Tony Hofmann Elemente einfließen, die aus der prozessorientierten Schreibdidaktik kommen. In meiner Zeit an der Universität Bielefeld habe ich im Schreiblabor gearbeitet, das erste Schreibzentrum an einer deutschen Hochschule, in dem das Schreiben wissenschaftlicher Texte aus der Einsamkeit hinter verschlossenen Studierzimmern herausgeholt wurde, um darüber zu sprechen und es lehr- und lernbar zu machen. Diese Expertise ergänzt wunderbar die Schritte des TAE, macht sie etwas konkreter, ohne den Schritt in das Nicht-Wissen zu umgehen.
Weckt das Deine Neugier? Hast Du Interesse, dabei mitzumachen? Auf der Seite des zks-Verlags und meiner Homepage findest Du eine ausführliche Beschreibung des Kurskonzeptes (und bereits eine Einführungspodcastfolge von Tony). In dieser Podcastfolge von "Der Raum in mir" erzähle ich, wie wir das Kurskonzept entwickelt und erprobt haben. Am 24. März 2026 geht es los! Ich bin gespannt auf die gemeinsame Reise!
*Literatur und Links
Gendlin, Eugene T. (2004): Thinking at the edge. A new philosophical practice. Introduction. In: The Folio. A journal for Focusing and Experiential therapy, Vol. 19, No 12, 2000-2004, S. 1-24. Online http://www.focusing.org/folio-back-issues.htm
Gendlin, Eugene T./Hendricks, Mary (2004): Thinking at the edge (TAE) Steps. In: The Folio. A Journal for Focusing and Experiential Therapy. Vol 19, No. 12 (2000-2004), pp. 12-24. Übersetzung durch Hanspeter Mühlethaler. Online: http://www.focusing.org/de/20080310_TAE_Thinking_at_the_Edge_Folio_d.pdf
Materialien, Medien und Tools zu TAE im zks-Verlag
Explore yourself - 10-Wochen-Online-Kurs vom März-Mai 2026

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